Ausbau privater Ladeinfrastruktur -

Aktuelle Entwicklungen in der E-Mobilität

Die Entwicklung der Elektromobilität schreitet weiter voran. Mehrere Faktoren zeigen, dass auch der Durchbruch in Deutschland nicht mehr lange auf sich warten lässt. 2020 waren die Verkaufszahlen von E-Autos wieder einmal auf einem Rekordhoch. Zahlreiche Markteinführungen von E-Fahrzeugen verschiedener Hersteller zeigen, dass auch die Automobilindustrie sich zur Elektromobilität bekennt. Die Netzbetreiber fördern schon seit mehreren Jahren die Ladeinfrastruktur.

WEMoG und GEIG Gesetz

Im August 2019 berichtete das Bundesjustizministerium, dass Hemmnisse im Wohneigentumsrecht aus dem Weg geräumt werden. Im Oktober 2020 wurde das Wohneigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Im Gesetz wird Mietern der Anspruch auf die Installierung einer Ladestation auf eigene Kosten gesichert.

Am 12. Februar 2021 wurde vom Bundestag das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) verabschiedet. Das Gesetz besagt, dass bei Neubau und großen Sanierungen Ladestellplätze für E-Fahrzeuge geschaffen werden müssen. Zusätzlich beeinhaltet das Gesetz einen Ansatz, das flexible und intelligente Ladelösungen unterstützt.

Förderprogramme Ladeinfrastruktur

Seit November 2020 gibt es für Eigentümer, WEGs, Mieter und Vermieter die KfW-Förderung 440. Für Ladestationen an privaten Stellplätzen zahlt die KfW 900 € Zuschuss zur Anschaffung und Installation der Ladestationen.

Neben der KfW-Förderung bieten Landkreise und Gemeinden oftmals auch attraktive Förderprogramm für den Ausbau privater Ladeinfrastruktur. Informieren Sie sich dazu auf Ihrer jeweiligen Gemeindewebseite.

Für Schnellladestationen wurde Anfang Februar 2021 das Schnellladegesetz veröffentlicht. Es schafft die rechtliche Grundlage für die Ausschreibung von einem Ladeinfrastrukturnetz mit ca. 1000 Schnellladestandorten. Das Gesetz steht unter anderem in Kritik, da es bisherige Investitionen der Energiewirtschaft entwerten könnte.

Verteilnetzproblematik

Der signifikante Anstieg der Elektromobilität erhöht die Anforderungen an die Netzbetreiber, gerade bei gleichzeitigem Laden von Elektrofahrzeugen, z.B. in den Nachtstunden. Zusätzlich fördert der Ausbau regenerativer Energien die Umstellung auf eine angebotsorientierte Stromversorgung. Großflächige PV-Anlagen liefern oft über die Mittagszeit die größte Strommenge.

Die Lösung für eine sichere Stromversorgung ist eine intelligente Netzsteuerung (siehe Smart Grid). Netzbetreibern muss die dynamische Anpassung von Ladestationen bei Lastspitzen ermöglicht werden. Die Erfassung der intelligenten Ladepunkten spielt dabei eine wichtige Rolle. Nach einer Studie von RE-xpertise und Navigant müssen die Investitionen in den Netzausbau mit Hilfe intelligenter Steuerung aber nicht höher sein als sie dies bisher sind. 

Ladestationen sind dabei keineswegs nur eine Belastung für die Stromnetze. Das Potenzial, die Leistung der Batteriespeicher in E-Fahrzeugen bei Bedarf in das Netz zurückzuspeisen, könnte damit 20% der Flexibilität der Verteilnetze sichern. Bei Vehicle to Grid (V2G) bzw. bidirektionales Laden haben jedoch die deutschen Automobilhersteller noch einiges nachzuholen.

 

Referenzen:
(1) Dr. Stefan Preiss - Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und das Netz - Februar 2021
(2) Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz - WEMoG - Dezember 2020
(3) Bundesministerium für Wirtschaft und Energie - GEIG - März 2021